Veröffentlicht am von

20. März: Tag des Glücks

Tauch ein ins Glück: Der Ratgeber für die Wanne - Edition WannenbuchTauch ein ins Glück heißt der wasserfeste Badewannen-Ratgeber der Edition Wannenbuch. Aber von wegen: Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Pech für den, dessen Gene erblich vorbelastet sind. Sagt Bernd Hornung, Chef des deutschen Instituts für Glücksforschung in München und nach eigener Aussage "Deutschlands führender Glückswissenschaftler". Was man tun muss, um glücklich zu sein, und warum die 30-Jährigen am glücklichsten sind, hat er uns im Interview verraten.


Sind die Deutschen ein glückliches Volk?
Bernd Hornung: Weltweit gesehen liegen sie recht weit vorn. Unter 157 Ländern kommt Deutschland aktuell auf Platz 16 – wobei der Westen allein betrachtet etwas glücklicher ist, der Osten dafür weiter hinten liegt liegt. Selbst die Österreicher übrigens sind glücklicher als wir. Am wohlsten fühlen sich Dänen und Schweizer. Auch Amerika liegt vor Deutschland.

Wovon hängt es ab, ob ein Mensch glücklich ist?
Hornung: Von sehr vielen Faktoren. Der Region zum Beispiel, in der jemand lebt. Auch von Geld und Einkommen. In Ländern, in denen gut verdient wird, wo noch dazu Recht und Staat in Ordnung sind, da sind die Leute am glücklichsten.

Also macht Geld tatsächlich glücklich?
Hornung: Auch. Aber nicht nur. Die Gene sind entscheidend, dazu die Umgebung, die Freunde, aber selbst solche Dinge wie das Wahlergebnis, die Zeitungen, die jemand liest, oder das Alter. Frauen oder Männer – wer ist glücklicher? Hornung: Da gibt es keinen Unterschied. Und übrigens spielt auch die Religion keine Rolle.

Was muss ich tun, um glücklicher zu werden?
Hornung: 50 Prozent sind angeboren, liegen also in den Genen. 10 Prozent sind die Lebensumstände. Die restlichen 40 Prozent können tatsächlich aktiv beeinflusst werden. Wir haben im Institut über unsere wissenschaftliche Arbeit herausgefunden, dass es insgesamt 21 Dinge oder Faktoren gibt, die glücklich machen. Nur ein einfaches Beispiel: Wer extrovertiert ist, ist glücklicher als ein introvertierter Mensch. Dabei könnten die Introvertierten genau darauf Einfluss nehmen, zum Beispiel bestimmter auftreten, gesprächiger sein, nachhaltiger im Auftreten. Das ist machbar, wenngleich nicht für jedermann einfach.

Also ist jeder seines Glückes eigener Schmied …
Hornung: Dieser Spruch ist großer Quatsch. Wenn jemand zum Beispiel depressive Gene geerbt hat, ist er depressiv. Da kann er schmieden, so viel er will.

Was ist Glück überhaupt?
Hornung: Zusammengefasst beschreibt Glück das subjektive Wohlbefinden. Es lässt sich auf insgesamt vier Module aufteilen: Zufriedenheit mit dem Leben im Ganzen plus Zufriedenheit mit den persönlichen wichtigsten Lebensbereichen plus die Anzahl der erlebten angenehmen Gemütszustände. Davon wiederum wird die Anzahl der erlebten unangenehmen Gemütszustände abgezogen. Unterm Strich kommt allumfassendes Glück und Wohlbefinden heraus – eine einfache Formel also.

Verändert sich das Glück der Menschen im Lebenslauf?
Hornung: Graphisch gesehen folgt es über die Jahre hinweg einer sinus-kosinus-förmigen Welle. Am glücklichsten und zufriedensten sind die 30-Jährigen. Dann wird die Kurve flach. In der Mitte des Lebens – in Deutschland so um die 47 Jahre – ist sie besonders flach, also der Tiefpunkt in Sachen Glück. Dann geht es wieder hoch. Und so etwa vier Jahre vor dem Tod ist sie wieder ganz oben, bevor es nach unten geht. Das alles sind übrigens wissenschaftliche Erkenntnisse und Studien, aber selbstverständlich gibt es immer Menschen, bei denen es anders verläuft.

Sind Sie selbst denn glücklich?
Hornung: Ja, extrem! Auf einer Glücksskala von 0 bis 10 Punkten – wobei 0 die Hölle ist, 10 der Himmel – liegt der Schnitt der Deutschen bei 8. Ich liege irgendwo zwischen 8 und 9. Sowas kann man übrigens nicht messen, sondern das weiß jeder für sich selbst am besten.

Macht uns der Internationale Tag des Glücks glücklicher?
Hornung: Nein, das nicht. Aber er hat seine Geschichte. Die Vereinten Nationen haben ihn ins Leben gerufen, denn dort wird Glück ernstgenommen. Sie geben dafür sogar Geld aus, und zwar für die Forschung. Das Thema ist ein Dauerbrenner, der die Menschheit schon immer interessiert. 


Zur Person
Bernd HornungBernd Hornung leitet seit mehr als 20 Jahren als Wissenschaftler das Institut für Glücksforschung (IGF) mit Sitz in München. Seine Bücher “Wie man wirklich glücklicher wird und dauerhaft bleibt” sowie “Hirnforschung, Neurobiologie, DNS und unsere happy Gene” gelten als Standardwerke der Glücksforschung und sind inzwischen in der 14. Auflage erschienen. Die Glücksforschung begann in den 1960er-Jahren in Amerika, wo es heute allein 30 Glücksprofessoren gibt. Am selbständigen Institut für Glücksforschung wird Wissen der amerikanischen und internationalen Glückwissenschaft gesammelt, ausgewertet und publiziert.

World Happiness Report
Wie glücklich sind die Länder der Erde? Die Vereinten Nationen ermitteln das im World Happiness Report. Die 2016er-Auflage etwa sieht Dänemark auf Platz 1 der 175 betrachteten Länder. 2015 war noch die Schweiz auf Rang 1, die nun Platz 2 belegt. Der World Happiness Report beruht auf einer Studie des Earth Institute der New Yorker Columbia Universität. Für Themen wie gefühlte Freiheit, die persönliche Wahrnehmung von Korruption, abe auch Einkommen und Lebenserwartung, werden dabei Punkte vergeben und addiert. Spitzenreiter Dänemark kam auf 7526 Punkte, Schlusslicht Burundi auf 2905. Auf den Plätzen 2 und 3 folgen Schweiz und Island vor Norwegen, Finnland und Kanada. Noch einen Platz vor Burundi hat sich Syrien gesetzt, davor Togo. 

Der internationale Tag des Glücks findet alljährlich am 20. März statt. Mehr über den Weltglückstag (englisch: International day of happiness), der von den Vereinten Nationen ausgerufen wurde, gibt es auf der Seite kuriose-feiertage.de zu erfahren.

Kommentare: 0
Mehr über: Feiertag, Glück, Wannenbuch

Das Schreiben von Kommentaren ist nur für registrierte Benutzer möglich.
Anmelden und Kommentar schreiben Jetzt registrieren