Der Wannenbuch-Paket-Test - und was wir daraus ...

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Der Wannenbuch-Paket-Test - und was wir daraus gelernt haben

Wannenbuch-Pakettest: Wie schlagen sich DPD, DHL, Hermes, GLS und UPS im Test?Knapp eine Woche lang hat uns der Wannenbuch-Paket-Test auf Trab gehalten. Zehn Pakete haben wir quer durch die Republik geschickt und beobachtet, wie sie bei den Empfängern ankommen. Das Thema Paketversand beschäftigt uns bei der Edition Wannenbuch aber schon viel länger - und wird es noch eine Weile tun. Was wir aus dem kleinen (nicht repräsentativen!) Test gelernt haben, lest ihr hier.


Die allererste Erkenntnis ist diese: Paketdienste scheinen nicht unbedingt den besten Ruf zu haben. Das haben wir aus den vielen Kommentaren von euch unter unseren Facebook-Beiträgen mitbekommen. Die einen kommen immer zu spät, die anderen sind unfreundlich, die dritten legen Pakete kilometerweit ab und klingeln nicht mal, ob jemand zuhause ist ... Doch um mal ein Wort für die Versanddienstleister zu sprechen: Sie erledigen Tag für Tag eine Aufgabe, die so komplex ist, dass wir ihnen eigentlich nur dankbar sein können. Heute in Sachsen abgeschickt, am Morgen darauf 500 Kilometer weiter in Baden-Württemberg angekommen - und das für nur ein paar Euro: Im Idealfall sieht der Paketweg so aus. Manchmal geht halt auch etwas schief, manchmal dauert es etwas länger. Doch ohne Paketdienste wären (nicht nur wir bei der Edition Wannenbuch) aufgeschmissen, sondern viele anderen Versandhändler ebenso.

Genug der Vorrede.

Was haben wir aus dem Test gelernt?

Zusammengefasst dies: Es gibt nicht den einen Paket-Versender als Ideallösung. Wie werden Absender und Empfänger gleichermaßen zufriedengestellt? Das ist letzlich eine Kombination aus ganz vielen Faktoren: Wie klein oder groß ist der Wohnort, wie städtisch oder ländlich, ist der Empfänger Firmenkunde oder Privatperson ... (Was innerhalb Deutschlands dagegen nicht ins Gewicht fällt: Wie weit weg ist der Ziel- vom Startort.) Unsere Erkenntnisse in Stichworten.

  • Die Laufzeiten sind unverbindliche Angaben. Das fängt schon mit der Abholung der Pakete in der Filiale an. Je später am Abend noch ein Fahrer kommt, desto schneller kommt das Paket in die Verteilzentren und dann weiter zum Empfänger. Bei eiligen Terminlieferungen also besser gleich auf Express oder Kurier ausweichen. In unserem Test war zum Beispiel der Hermes-Abhol-Fahrer bereits kurz nach 12 Uhr im Pick-up-Shop. Am besten vorher erkundigen.
  • Quittung verlangen. Wichtig für den Nachweis, wenn es zu Problemen mit der Lieferung kommt, Schäden oder Verlust. DHL, Hermes, UPS und GLS haben im Test unaufgefordert Quittungen übergeben. DPD nur auf Wunsch.
  • Versicherung fürs Paket: Die Höhe des versicherten Wertes schwankt. Standard bei Hermes-Päckchen sind 50 Euro Warenwert, bei GLS ebenso. Zuversicherung ist machbar, kostet aber extra. DHL, DPD und UPS bieten um die 500 Euro als Standardversicherung an.
  • Preise sind (meist) online günstiger als bei Buchung und Abgabe im Paketshop. In der Regel zählt das Gewicht des Pakets. Hermes rechnet die Außenmaße in Paketgröße um (was umgekehrt heißt: kann auch recht schwer sein, Hauptsache klein), GLS setzt ebenso aufs Zentimetermaß. Privatkunden zahlen höhere Preise als Geschäftskunden, die Verträge mit den Anbietern abschließen und gewisse Mindestmengen an Paketen pro Jahr garantieren.
  • Lieferorte: An die Wohnungstür liefern zu lassen ist mitunter teurer, als einfach direkt an einen Paketshop zu senden - DPD etwa bietet die Filialzustellung günstiger an. An Packstationen abgegeben und abgeholt werden kann nur bei DHL-Zustellung.
  • Liefertermin-Vorankündigungen: Gut zu wissen, wann der Paketzusteller kommt. In unserem Test hat DHL am Vorabend per Mail mitgeteilt, wann die Fahrer samt Ladung anrücken. Zwar sind es Zeitfenster - aber ob Nachmittag oder Vormittag, das hilft schon weiter. Hermes hat in beiden Fällen einen Tag der Zustellung genannt. Bei UPS konnten die Zeiten über die Tracking-Seite gelesen werden. DPD und GLS haben sich nicht geäußert. Sofern über die Trackingseite zu lesen ist, dass die Sendung zur Zustellung auf dem Fahrzeug ist, sollte sie auch im Tagesverlauf ankommen. Kurios: Per Mail hatte Hermes seinen ursprünglichen Liefertermin leicht nach vorn korrigiert: "Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass wir Ihnen Ihre Sendung früher zustellen werden." Der neue Termin war dabei ein Vier-Stunden-Zeitfenster, das 30 Minuten früher begann als das ursprüngliche 4-Stunden-Fenster. Ende vom Lied: Das Paket kam so, dass die Zeit sowohl im alten als auch im neuen Fenster lag.
  • Die Tracking-Codes. Pakete haben einen Tracking-Code, mit denen in der Regel auf der Seite des jeweiligen Anbieters nachvollzogen werden kann, wo sich das Paket befindet. Im Test zeigt sich, dass die Aktualisierung mehr oder wenig minutengenau erfolgt. Manchmal aber auch definitiv nicht stimmt. DHL zum Beispiel passt auf die Minuten: Von der Abgabe in der Filiale bis zur Übergabe an den Empfänger. GLS zeigt die Abgabe im Paketshop zunächst nicht an; erst nachdem der Fahrer die Pakete dort abgeholt hat und weitertransportiert, gibt es einen Aktualisierung. DPD, UPS und Hermes sind "live". Es gibt von den Versendern eigene Apps (z.B. DHL). Wer mit verschiedenen Anbietern verschickt, sollte eine plattformübergreifende App nutzen - so wie wir es im Test getan haben. Da sind unzählige Versender drin - aus der ganzen Welt. Jede Sendung muss von Hand eingetragen werden und wird dann regelmäßig aktualisiert. Was im Test auffällt: Scheinbar werden manche Angaben zeitversetzt herausgegeben - zum Beispiel bei DPD. Dort taucht am Vormittag (gegen 10 Uhr) plötzlich ein auf mehrere Stunden zurückdatierter Eintrag, dass die Sendung in Zustellung ist.
  • Die Service-Angebot. DPD und GLS zeigen, wie man optimal die Social-Media-Dienste nutzt. Beide Anbieter haben wir - ebenso wie DHL und UPS - in unseren Facebook-Beiträgen markiert. Hermes hat dort offenkundig kein eigenes Angebot. Zumindest DPD und GLS zeigen, dass sie unsere Beiträge aufmerksam verfolgen. GLS greift an mehreren Stellen in die Diskussion ein. Ein Mitarbeiter freut sich per Kommentar darüber, dass das GLS-Paket im Test als erstes ankam. Bei Beschwerden von anderen Nutzern wird sachlich und höflich darum gebeten, die entsprechende Paketnummer per Privatnachricht mitzuteilen, um den Fall prüfen zu können. Auch DPD meldet sich zu Wort, als ein Mitarbeiter bemerkt, dass offenbar ein Test-Paket abhanden gekommen ist. Tatsächlich kümmern sich die Mitarbeiter und recherchieren, woran es liegen kann. Hut ab, das ist Service.

Zusammengefasst werden wir wohl auch künftig mit verschiedenen Anbietern ausliefern - und jeden Einzelfall, jede Bestellung genau überprüfen. Habt Geduld, wenn mal etwas nicht klappt. Meldet euch dennoch bei uns oder dem Versender direkt und drängt darauf, dass eine Lösung gefunden wird. Wannenbuch-Leser Moritz Stegmann hat es in einer Mail an unseren Verlag so formuliert: "Ich warte darauf, dass mehr Unternehmen erkennen, dass ein guter zuverlässiger Zustelldienst Verkaufszahlen beeinflusst. Und ganz sicher müsste dafür auch an den Arbeitsbedingungen der Zulieferer gedreht werden." Das lassen wir einfach mal so als Abschluss stehen.

 

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