Warum das Verlagsjahr anders tickt

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Warum das Verlagsjahr anders tickt

Frances ObstVon Frances Obst

Verlage sind im allgemeinen Orte, an denen es immer etwas anders kommt, als man denkt. Und um es noch kurioser zu machen, ticken für einen Verlag auch die Uhren etwas anders – die Edition Wannenbuch bildet dabei keine Ausnahme. Teil 2: Diese Woche durfte ich mein erstes Weihnachtsgeschenk in diesem Jahr einpacken - und dabei war nicht mal etwas für mich drin.


Was ich im Spätsommer mit einem Weihnachtsgeschenk will? Diese Woche haben wir den neuen, leider nicht wasserfesten, Tischkalender "Ab in die Badewanne 2020" gestaltet und mein "Geschenk" wurde eine Requisite für das Badeenten-Motiv im Dezember. Die Saison für den Kalenderkauf für das nächste Jahr beginnt im Oktober und unser Badeenten-Kalender darf dabei auf keinen Fall fehlen.

Aber das ist nur ein Beispiel für das – aus der Zeit gefallene – Verlagsjahr.

Grund für die Verschiebung sind die beiden größten Buchmessen Deutschlands – die Leipziger Buchmesse im März und die Frankfurter Buchmesse im Oktober. Diese beiden Termine sind die jährlichen Fixpunkte im Kalender, auf die wir hinarbeiten. Momentan sind es noch vier Wochen bis zur Frankfurter Buchmesse und wir rennen den letzten Vorbereitungen hinterher. Zeitgleich beginnen wir schon langsam, uns Gedanken über die Leipziger Buchmesse zu machen, denn die Vorbereitungen sind umfangreich und zeitraubend. Der allgemeine Arbeitsaufwand und die benötigte Leidensfähigkeit von Verlagsmenschen lässt sich gut damit vergleichen, dass sie in der gleichen Zeit den Ring nach Mordor bringen könnten oder Herr der vier Elemente hätten werden können. Stattdessen haben wir uns dafür entschieden, Wannenbücher zu verlegen.

Alles beginnt bekanntlich mit dem Wort und allein die Erstellung eines Manuskripts kann Monate in Anspruch nehmen, bis es druckreif ist. Kunst soll man nicht hetzen, aber dass ein unfertiges Manuskript jenseits der Deadline einem Verlag schlaflose Nächte bescheren kann, ist ein wenig bekannter Fakt aus dem Verlagsalltag. Zu jeder Buchmesse stellen wir etwa vier neue Wannenbücher vor, also müssen es in einem halben Jahr vier Manuskripte von vier verschiedenen Autoren zur Druckreife schaffen, inklusive Korrektur, Satz, Covererstellung und Buchgestaltung. Aber damit hört es noch lange nicht auf, hier fängt es oftmals erst an. Die wasserfesten Bücher müssen produziert werden, was vor allem bei der Edition Wannenbuch eine sehr langfristige Planung und Wartezeit erfordert. Wenn unsere Neuerscheinungen endlich geliefert werden, müssen sie im Verzeichnis lieferbarer Bücher gemeldet und Belegexemplare an die Bibliotheken verschickt werden. Die Verlagsvorschauen müssen erstellt und gedruckt werden, damit der Verlagsvertreter die neu erschienenen Wannenbücher schon vor den Buchmessen den Buchhändlern vorstellen kann. Zusammen mit tausend kleinen Dingen, die oftmals einen strengen Zeitplan folgen, wie dem Anmelden als Aussteller zur Messe, dert Organisation  von Veranstaltungen oder Signierstunden, wird jede Messe zu einem Balanceakt für sich.

Und wenn nach vier Tagen die Buchmesse vorbei ist, naht schon die nächste Messe im Kalender. Zur Frankfurter Buchmesse findet ihr die Edition Wannenbuch in Halle 4.0 Stand J33 auf dem Nonbook-Marktplatz.

Übrigens, unser Tischkalender „Ab in die Badewanne 2020“ ist ab dem 1. Oktober bei uns im Wannenbuch-Shop erhältlich. Damit euer Jahr nicht so chaotisch wird wie unseres, führt euch jeden Monat eine neue Badeente durchs Jahr und die kuriosen Feiertage bringen Monat für Monat gute Laune auf den Schreibtisch.

DIE AUTORIN Frances Obst studiert Buchhandel/Verlagswirtschaft an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig und absolviert derzeit ein Praktikum bei der Edition Wannenbuch. Jede Woche schreibt sie im Wannenbuch-Blog über den Verlagsalltag und ihre Aufgaben. Alle ihre Beiträge können hier nachgelesen werden.


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