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15 Worte, die der Leipziger sagt (und was sie bedeuten)

Der "Busen von Leipzig" werden die Hallen des Kohlrabizirkus auch genanntLeipzig ruft! Die sächsische Metropole ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Wir sind mit der Edition Wannenbuch immer wieder hier zu Gast. Zum Beispiel zur Buchmesse im Frühjahr - und auf den Kreativmärkten im Kohlrabizirkus. Für alle Gäste, die die Stadt besuchen: Wenn ihr nicht versteht, was euch der Leipziger sagt - dann kann das entweder am sächsischen Dialekt liegen. Oder an den kuriosen Ausdrücken, die sich über die Zeit eingebürgert haben. Wir verraten euch, was eigentlich gemeint ist.


1. Weisheitszahn

Okay, das wissen selbst oft Nicht-Leipziger: der Spitzname für das City-Hochhaus am Augustaplatz. Auch Uni-Riese oder MDR-Hochhaus genannt. 140 Meter hoch, damit zweithöchstes Hochhaus in Ostdeutschland. (Rang 1: der Jentower in Jena mit 144,5 Metern.)

2. Pornowürfel

Drei Mädels zieren diesen Brunnen - und: Sie sind völlig nackt! Es sind die Rheintöchter und das quaderförmige Bauwerk ist das Richard-Wagner-Denkmal. Es steht in den Grünanlagen des Promenadenrings am Matthäikirchhof.

3. Muko

Klingt wie eine Lungenerkrankung, ist aber die Abkürzung der Musikalischen Komödie. Es ist das Operettentheater von Leipzig und befindet sich im Stadtteil Lindenau im Haus Dreilinden.

4. Der Busen von Leipzig

Zwei riesige Kuppeln ... tatsächlich: Der Spitzname kommt nicht von ungefähr. Die Großmarkthalle ist auch als Kohlrabizirkus bekannt, weil dort dereinst mit Gemüse gehandelt wurde. Heute finden hier Veranstaltungen wie der Kreativmarkt statt, manchmal auch Eisdiskos.

5. Völki

Das Völkerschlachtdenkmal, 91 Meter hoch, ist DAS Wahrzeichen der Stadt schlechthin. 1913 eingeweiht - 100 Jahre nach der Völkerschlacht (Russland, Preußen, Österreich und Schweden gegen Napoleons Truppen) vor den Toren Leipzigs.

6. Karli

DIe Karl-Liebknecht-Straße führt vom Stadtzentrum gen Süden und ist mit Bars, Cafés, Kneipen beliebte Ausflugsmeile. Nicht zu verwechseln mit der Kolle - so heißt die Kolonnadenstraße im Volksmund. Das dortige Kolonnadenviertel ist beliebt bei Künstlern und zum Ausgehen am Abend.

7. Schrebbser

Beliebt für Abkühlung im heißen Sommer: Das Schreberbad ist die älteste noch genutzte Badeanlage Leipzigs. Wasserratten gehen aber auch gern in den Bagger: das Naturbad in Leipzig-Thekla.

8. Cossi

Warum Ostsee? Der Cospudener See liegt vor den Toren Leipzigs. Ehemals ein Tagebaurestloch, das geflutet wurde. Heute beliebtes Freizeitareal.  Mitunter als Lago Cospuda, Costa Cospuda oder Cospi bezeichnet. (Aber eher selten.) Nicht weit weg von hier ist der Kulki mit ähnlicher Entstehungsgeschichte: der Kulkwitzer See.

9. Nuttenbrunnen

Nein, der Spitzname rührt nicht von den barbusigen Figuren am Wasserspiel her. Der Mendebrunnen auf dem Augustplatz rägt seinen zottigen Spitznamen zu unrecht. Die Stifterin des Brunnen, Marianne Pauline Mende, galt als ehrbare und wohlhabende Witwe. Ein Journalist verwechselte die noble Spenderin mit einer anderen gleichnamigen Dame, die ein Bordell betrieb - schon war der Name geboren.

10. Brüderhölle

Hier geht´s laut zu wie in der Hölle: Das erklärt den Spitznamen der Brüderhalle. In der Sporthalle Brüderstraße im Leipziger Stadtzentrum spielen unter anderem der Basketballverein Leipzig, die LE Volleys oder die Handballer von HC Leipzig.

11. Delphinarium

Nein, nicht das im Zoo. Gemeint ist das ehemalige Leipziger Zentralstadion, heute bekannt als Red Bull Arena. Anlass für den Namen ist die markante Bauform (und die Sitzschalen in zwei Blautönen).

12. Blechbüchse

Wie die typischen früher fürs Schulfrühstück genutzten Blechbüchsen soll es aussehen - urteilten die Leipziger über die Außenfassade des einstigen Konsument-Warenhauses am Ring. Die Aluminium-Fassade ist denkmalgeschützt. Nicht weit entfernt davon verlief früher das Blaue Wunder: eine Fußgängerbrücke über den Ring, die jedoch abgerissen wurde.

13. Mount Focke

Der vom Volksmund auch Fockeberg genannte Hügel ist Leipzigs höchster Berg - gut 154 Meter hoch. Gemeint ist damit die (künstlich geschaffene) Trümmerkippe Bauernwiesen in der Leipziger Südvorstadt, direkt an der Fockestraße.

14. Messemännel

Weltkugel als Kopf, Aktenkoffer in der Hand, dazu blauer Anzug und Pfeife: Das Messe-Männchen war einst Werbefigur der Leipziger Mustermesse. Als Spielzeug stand es in vielen Kinderzimmern, flimmerte selbst in Werbespots über Leinwände und Bildschirme. In der Neuen Leipziger Messe steht es mannshoch heute auf einem Podest in der großen Glashalle.

15. Wackelturm

Der Aussichtsturm im Rosental ist heute weniger wackelig, als der Name vermuten lässt. Okay, vielleicht schwankt er ja leicht ... Beste Aussicht über die Stadt jedensfalls gibt es hier auf dem Rosentalhügel. Der übrigens wird von den Leipzigern liebevoll Scherbelberg genannt - weil er Ende des 18. Jahrhunderts aus aufgeschüttetem Hausmüll entstand.

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